INSPIRATION
1983 beeindruckten mich im Alter von 12 Jahren zwei Personen im beruflichen Sinne. Zum einen der Vater eines Freundes, der Häuser entwarf und deren Errichtung überwachte, zum anderen der Schauspieler Peter Weck in seiner Rolle als Werbegrafiker Werner Schumann in der Fernsehserie „Ich heirate eine Familie“.
BEGEISTERUNG
Dessen sympathische Art und die Arbeitsumgebung im eigenen Haus mit Familienidyll samt Hund schienen mir höchst erstrebenswert.
Auch begeisterte es mich im Gymnasium, als wir mit Zirkel, Geodreieck und Tuschefeder etwa die Logos von Aua und Rosenbauer nachkonstruierten.
LEIDENSCHAFT
Aber in den Mittagspausen machte ich bereits die Computergeschäfte unsicher, wo ich Grafikbefehle in die Tastatur klopfte.
Doch zuerst kam alles anders.
Die Architektur-Branche war damals im Abwärtstrend und Werbedesign verstanden die Eltern als Kunst, was sogleich als brotlos eingeschätzt wurde.
HOBBY
Also wurde ich auf eine Höhere Technische Lehranstalt für Elektronik und Nachrichtentechnik geschickt, die ich fünf Jahre später auch absolvierte. Bezeichnenderweise programmierte ich zu dieser Zeit neben der Schule ein Zeichenprogramm, da es noch keine guten gab.
Doch noch ehe drei Jahre Ingenieurstitel-Praxis um waren, sollte die Wende eintreten.
ZURÜCK ZU DEN WURZELN
Brauchbar sollte jedoch die dort erlernte Theorie in Kommunikation und das analytische Training sein. Auch der Technikverstand sollte noch Glück bringen.
Die Sommerakademie Zakynthos entstand gerade und ein Perkussionist und Arbeitskollege in der Industrieautomatisation animierte mich hinzufliegen.
ERINNERUNG UND WAGNIS
Ich übte mich in Aktzeichnen, kreativem Schreiben, Comicskizzen und Mopedfahren und erinnerte ich mich an meinen frühen Berufswunsch.
Ab da ergriff ich, nach einem kurzen Ausflug in die Digitalkunst, jeden Strohhalm, der mich Richtung Werbebranche führte ...
COUNTDOWN: ...DREI...
Meine erste Chance war bei einer Linzer Firma. Deren Abteilungen für Grafik und Programmierung konnten mich brauchen, auch um zwischen diesen Welten zu vermitteln.
Der Wandel der 80er und 90er Jahre in den Werbeagenturen hin zur Werbegestaltung und Produktion mit Computereinsatz öffnete Türen zum langersehnten Ziel. Man brauchte Leute, die beide Welten verstanden. Und die waren noch dünn gesät.
...ZWEI...
Die zweite Chance ergab sich so bei einer mittelgroßen Werbeagentur in Leonding, wo mich der Chef kreativ forderte und förderte, dafür kümmerte ich mich um die Computertechnik und Datensicherheit.
Hurrah! Ich war Werbegrafiker!
Nie vergessen werde ich meine dortigen Arbeiten für Rieder Bier, Grundner Wurst, Resch & Frisch oder diese Bank mit dem Dachgiebel im Logo.
...EINS...
Einige Jahre später ergab sich ein Wechsel zu einer großen Linzer Agentur, bei der man mich gleich als Junior Art Director einstellte.
Dort erhielt ich auch Einblicke in professionelles Agenturgeschehen.
Besonders in Erinnerung sind mir die Arbeiten für VOEST-ALPINE und den Bildhauer Alfred Hrdlicka, der meinte, in meiner Gestaltung erstmals von Werbern verstanden worden zu sein.
... AND LIFT OFF!
Die Inspiration des TV-Stars noch im Hinterkopf, fragte mich ein Arbeitskollege , ob wir gemeinsam den Sprung in die Selbständigkeit wagen wollten. Jung und risikobereit wie ich war, sagte ich sofort ja.
Die Artischock Werbeateliers waren geboren.
Zuerst im Saunakeller meines Geschäftspartners Mutter, später in der Beletage eines Altbaus in der Langgasse beim Linzer Schillerpark.
DER DURCHBUCH
Vom früheren Arbeitgeber wollten wir keine Kunden mitnehmen. Nur einmal drängte man mir Wella für kurze Zeit auf. Ich hätte die schon länger behalten 😉
Bei Webseiten war ich gewissermaßen einer der Pioniere und erhielt so den Auftrag der VKB-Bank, deren Internetauftritt neu zu gestalten.
Der Durchbruch war also geschafft.
QUALIIFIKATION
Stetig absolvierte ich zusätzliche Aus- und Fortbildungen, etwa zum Diplom-Kommunikationskaufmann des Fachverbands der Werbeagenturen. Ein gar langes Wort, wie ich meine.
Auch bestand ich das Aufnahmeverfahren in den Verband der Designer Österreichs namens DesignAustria, bei welchem ich bis heute Mitglied bin.
AUSZEICHNUNGEN
Besonders in der ersten Hälfte des bisherigen Bestehens bemühte ich mich einige Male um Auszeichnungen. Dabei wurde ich meist unter die besten Oberösterreichs gereiht. Einmal Dritter und einmal unter die besten fünf.
Mit Mitarbeitern, Praktikanten und einem Lehrling konnte ich über die Jahre für viele kleine und große Kunden Kommunikation gestalten, doch vermisste ich die Kreativarbeit, ob der nötigen erhöhten Verkaufstätigkeit. Also ...
ANGEKOMMEN
Also entschloss ich mich 2012, die dunkle Langgasse zu verlassen und im eigenen Garten ein Nebengebäude mit viel Glas errichten zu lassen.
Damit ging mein Traum ein Werner Schumann (Peter Weck) zu werden in Erfüllung – einschließlich zwischenzeitlich entstandener Familie samt Hund.
In dieser neuen Umgebung blieben Kunden treu, aber gar nicht so wenige kamen auch neu hinzu.
Ein Glück!
GEMÜSE WIRD MENSCH
Ich hatte auch in meiner Arbeit immer den Hang dazu, das Kommunizierte mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen oder umgekehrt. Traten dabei Diskrepanzen auf, fühlte ich mich unwohl.
2026 sagte ich mir auch deshalb, 26 Jahre Artischock Werbeagentur sind genug und meine nun noch kleinere Agentur tritt jetzt auf als
JOHANNES OBERMAYR WIRBT.
Ein wenig von dem, was sonst noch passierte, sieht man hier: WORK